Du hast dich entschieden, deinen Hund auf BARF umzustellen. Der Futterplan ist erstellt, das Zubehör ist gekauft und der Barf-Shop deines Vertrauens ist gefunden. Und wie stellst du nun deinen Hund um?

Ganz einfach, nach und nach.

Bei der Umstellung ist grundsätzlich eine gute Beobachtung deines Hundes nötig. Du kennst deinen Liebling am besten, ist dein Hund eher empfindlich, solltest du auch behutsam die Nahrung umstellen.

Auch musst du beachten, dass eine Umstellung immer eine Herausforderung und Belastung für den Körper deines Lieblings bedeutet. Ein Grund hierfür ist, dass sich die Verdauung an das bisherige Futter angepasst hat. Hat dein Hund jahrelang Trockenfutter bekommen, ist die Umstellung auf BARF besonders anstrengend für den Verdauungstrakt. Trockenfutter besteht unter anderem aus vielen Kohlenhydraten wie z.B. Getreide, Kartoffeln, Pseudogetreide usw. Kohlenhydrate hemmen die Magensäureproduktion (die für BARF erst einmal wieder angeregt werden muss), es bedarf anderer Enzyme, um nur zwei Umstände zu nennen. Also sollte eine Umstellung immer behutsam und auf den Hund abgestimmt sein.

Ich habe die besten Erfahrungen mit nachfolgender Umstellung gemacht:

1. 24 Stunden fasten

Als Erstes lasse ich den erwachsenen und gesunden! Hund 24 Stunden fasten, damit er das bisherige Fertigfutter aus dem Verdauungstrakt auszuscheiden kann.

Einen Welpen solltest du nicht fasten lassen! Hier reicht es aus, nur eine der 4 Mahlzeiten ausfallen lassen.

2. Die erste Ration: Fleisch & Gemüse

Seine erste Ration besteht aus einer Fleischsorte  und fettarmem Fleisch (maximal 10% Fettanteil) und einer Gemüsesorte. Das heißt zum Beispiel – sind keine Futtermittelunverträglichkeiten bekannt – Rindfleisch und Karotte.

Dann gilt es zu beobachten: wie verhält sich dein Liebling? Hat er eventuell Durchfall oder Erbrechen? Oder rührt er etwa sein Futter nicht an? Ist eines der Punkte der Fall, gibt es die Möglichkeit, das Fleisch kurz anzubraten oder zu überbrühen, das Gemüse zu dünsten und dann zu pürieren und das langsam auszuschleichen, bis das Futter roh ist.

3. Pansen

Wenn alles ok ist, er gut frisst und es keine Verdauungsbeschwerden gibt, kann man gleich am nächsten Tag etwas Pansen zum Muskelfleisch hinzugeben.

4. Innereien

Wenn auch hier alles ok ist, kommt eine geringe Menge an Innereien hinzu. Hier ist anfangs auf eine kleine Menge zu achten, da hier schnell Durchfall entstehen kann, füttert man gleich eine zu große Menge an Innereien.

Wichtig ist natürlich weiterhin, deinen Hund gut zu beobachten und ihn nicht zu überfordern. Ist etwas mit der Verdauung nicht in Ordnung oder frisst er eine neue Zutat nicht, dann gehe einen Schritt zurück, überbrühe oder koche das Futter.

5. Knochen

Frisst dein Hund soweit gut und die Verdauung funktioniert, können die ersten Knochen hinzugefügt werden. Hier ist es wichtig, am Anfang KEINE harten Knochen zu füttern und erst einmal mit einer kleinen Menge beginnen. Es eignen sich zum Beispiel Hühnerhälse.

Ist der Hund schon Knochen gewohnt, kannst du ihm diese gleich zum Kauen geben. Ist es neu für ihn, empfiehlt es sich, den Hals festzuhalten und ihn nagen zu lassen, bis er verstanden hat, was er damit soll.

Zu Beginn der Knochenfütterung ist es wichtig, den Kotabsatz des Hundes auf jeden Fall genau im Auge zu behalten. Bei den anfänglich keinen Mengen kommt es selten zu Beschwerden wie Verstopfung. Allerdings gibt es sehr empfindliche Hunde, die bei der kleinsten Menge bereits große Probleme und Knochenkot bekommen. Ist dies der Fall, ist auf jeden Fall von der Knochengabe abzusehen und auf eine andere Calciumquelle wie Knochenmehl umzusteigen.

Also: Hat er eventuell Durchfall, Verstopfung oder Erbrechen? Knochenfütterung sofort unterbrechen und erst einmal mit Knochenmehl weitermachen und vielleicht später nochmals versuchen. Bei Verstopfung ist es wichtig, rechtzeitig zum Tierarzt zu gehen, wenn sich diese nicht absehbar auflöst!

6. Zusätze

Ist die Umstellung bisher gut verlaufen und alles ist ok, können nach und nach Zusätze eingebaut werden. Hier ist zu beachten, immer eins nach dem anderen einzuführen und deinen Hund zu beobachten.

7. Fettanteil

Nach ca. 1-2 Wochen kannst du LANGSAM die Fettmenge im Fleisch erhöhen, so dass die Ration irgendwann einen Fettanteil von 15-25% enthält. Sollte dein Liebling mit der Bauchspeicheldrüse oder der Leber Probleme haben, bitte halte Rücksprache mit deinem Tierarzt bezüglich des Fettgehalts im Futter.

Wie lange dauert eine Umstellung auf BARF?

In der Regel dauert es 1-2 Wochen, je nachdem, wie lange und welche Art von Fertigfutter – also Nass- oder Trockenfutter – gefüttert wurde. Auch kommt es auf das Alter des Hundes an, ein Welpe ist weitaus einfacher umzustellen als ein Senior.

Ein Wort zu den „Nebenwirkungen“, die eine Umstellung begleiten können.

Bei der Umstellung auf frische Nahrung kann es zu Durchfall, Erbrechen, schleimüberzogenen Kot oder Verstopfung kommen. Dies kommt öfter mit der Nahrungsumstellung vor und sollte dich nicht gleich beunruhigen, wenn dein Liebling sich sonst wohl fühlt. Warte erst einmal ab und beobachte, ob es sich verändert.

Ist jedoch auch ein sonstiges Unwohlsein deines Hundes zu beobachten, kann auch eine andere Ursache zugrunde liegen und hier solltest du einen Tierarzt oder Tierheilpraktiker aufsuchen.  Auch kann es sein, dass ein Hund BARF einfach nicht verträgt. Dies kommt häufig bei Senioren oder kranken Hunden vor. Hier sollte das Futter dann gekocht angeboten werden.  Ebenfalls ist meist das Trinkverhalten des Hundes verändert. BARF enthält grundsätzlich viel mehr Feuchtigkeit als Trocken- oder Fertigfutter. So wird dein Liebling sehr wahrscheinlich weniger trinken als früher.

Zusammenfassend ist zu sagen:

Die Umstellung sollte immer in mehreren Schritten erfolgen, um deinen Liebling an das neue Futter zu gewöhnen. Eine Umstellung von Trockenfutter auf BARF ist sicherlich die herausforderndste für den Körper. Auch kommt es auf das Alter des Hundes an und die Dauer der alten Fütterungsweise.

Manche Hunde vertragen schlichtweg keine Rohfütterung und hier sollte das Kochen der Nahrung in Betracht gezogen werden.

Es können „Nebenwirkungen“ bei der Umstellung entstehen, diese sollten aber nur vorübergehend sein und schnell abklingen.

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