Der Futterplan ist erstellt, das Zubehör gekauft und der BARF-Shop des Vertrauens ist gefunden. Und wie stellst du nun deine Katze auf BARF um?

Ganz einfach, nach und nach.

Bei der Umstellung ist grundsätzlich eine gute Beobachtung deiner Katze nötig. Du kennst deinen Liebling am besten, ist deine Katze eher empfindlich, solltest du auch behutsam die Nahrung umstellen.

Auch musst du beachten, dass eine Umstellung immer eine Herausforderung und Belastung für den Körper deines Lieblings bedeutet. Ein Grund hierfür ist, dass sich die Verdauung an das bisherige Futter angepasst hat. Hat deine Katze jahrelang Trockenfutter bekommen, ist die Umstellung auf BARF besonders anstrengend. Trockenfutter besteht aus sehr vielen Kohlenhydraten wie z.B. Getreide, Kartoffeln, Pseudogetreide usw. Kohlenhydrate hemmen die Magensäureproduktion (die für BARF erst einmal wieder angeregt werden muss), es bedarf anderer Enzyme usw. So sollte eine Umstellung immer behutsam und auf die Katze abgestimmt sein.

Und noch eines vorweg: Katzen sind von Haus aus neophob, das heißt sie lehnen neues Futter erst einmal eher ab. Hintergrund ist, dass sie sich so vor eventuellen Vergiftungen schützen – also eigentlich eine gute Eigenschaft, kann den Besitzer aber bei einer Futterumstellung vor ungeahnte Herausforderungen stellen.

So hat die selbst hergestellte BARF-Ration zum Beispiel eine andere Konsistenz als Dosen- oder gar Trockenfutter, riecht nicht so intensiv, enthält eventuell Nahrungsergänzungen usw. Viele Gründe für die Katze, ihren Besitzer mit einem vorwurfsvollen Blick und Missachtung des neuen Futters zu bestrafen.

Das heißt aber nicht, dass es unmöglich ist, eine Katze auf BARF umzustellen, aber benötigt meist etwas Geduld und oft trickreiches Handeln des Besitzers.

Es gibt verschiedene Wege, Katzen an das neue Futter zu gewöhnen. Hunde gebe ich gerne nach einer Fastenzeit gleich Frischkost (je eine Komponente Fleisch und Gemüse) zu Fressen – siehe hier – ohne das alte Futter unterzumischen, denn dadurch kann es zu Verdauungsbeschwerden kommen.

Bei Katzen sehe ich es aber anders. Da Katzen neophob sind – siehe oben – mische ich gerne das neue zum alten Futter, um sie leichter an die neue Nahrung zu gewöhnen. Man kann aber auch versuchen, sie wie Hunde umzustellen. Bei manchen Katzen – vor allem junge Katzen, die nicht jahrelang mit Fertigfutter ernährt wurden – ist dies von Erfolg gekrönt.

Ich habe die besten Erfahrungen mit nachfolgender Umstellung gemacht:

Bekommt die Katze bereits Nassfutter oder Trockenfutter? Bei Trockenfutter sind meist mehrere Schritte notwendig.

1. Umstellung von Trockenfutter auf BARF

  1. Hier ist wirklich Geduld gefragt. Der 1. Schritt ist, das Trockenfutter nach und nach mit etwas Wasser zu benetzen, am besten mit einer Sprühflasche, erst ein Sprühstoß, kurz einwirken lassen und dann anbieten.
  2. Nimmt die Katze das Futter so an, dann die nächste Mahlzeit mit zwei Sprühstößen benetzen, einwirken lassen usw., bis die Katze das komplett eingeweichte Trockenfutter frisst, was in etwa die Konsistenz von Nassfutter hat.
  3. Die Katze muss hier genau beobachtet werden. Sollte sie das Futter während der Umstellung verweigern, musst du wieder einen Schritt zurückgehen, bis sie es wieder frisst und dann nochmals langsam steigern.
  4. Ist die Umstellung erfolgreich verlaufen, geht es weiter mit Punkt 2

 

2. Umstellung von Nassfutter auf BARF

Die Umstellung von Nassfutter auf BARF erfolgt Schritt für Schritt und es wird die BARF-Ration unter das bestehende Nassfutter gemischt.

  1. Du beginnst, 90% des bekannten Futters mit 10% der kompletten BARF-Ration zu mischen und deiner Katze anzubieten.
  2. Nimmt die Katze diese Mischung nicht an, so wird der BARF-Anteil noch verringert.
  3. Wird es von der Katze angenommen, dann wird der BARF-Anteil langsam erhöht und das bestehende Futter langsam reduziert, bis die Ration komplett aus BARF besteht. Hier ist darauf zu achten, dass wenn du den Anteil veränderst, dies für 1-2 Tage zu belassen um zu sehen, ob dein Liebling dies auch zuverlässig frisst.
  4. Verweigert die Katze irgendwann das Futter, muss wieder ein Schritt zurückgegangen werden und der Anteil angepasst werden. Diese Schritte geht man so lange, bis 100% BARF im Futternapf ist. 

 

Nicht verzagen, die Umstellung kann einige Wochen in Anspruch nehmen oder ganz schnell gehen, das ist ganz unterschiedlich.

Es gibt auch die Möglichkeit, die komplette BARF-Ration beherzt der Katze anzubieten, vielleicht frisst sie es auch. Ist sie jedoch Rohfütterung gar nicht gewohnt, benötigt ihre Darmflora allerdings eine Zeit der Umstellung und so könnte es zu Durchfall kommen, darum würde ich eher davon absehen.

Tipps und Tricks

Generell ist bei einer Futterumstellung fast alles erlaubt, um es deinem Liebling schmackhaft zu machen!

Hier einige Ideen, um es dir und deiner Katze einfacher zu machen:

  • besonders geliebte Leckerlis übers Futter geben
  • die Mahlzeit mit etwas zerlassener, abgekühlter Butter übergießen 
  • ein paar Käsewürfel auf das Futter streuen

Hier ist einfach deine Phantasie gefragt und nur du kennst deine Katze am Besten.

Ein Wort zu den „Nebenwirkungen“, die eine Umstellung begleiten können

Bei der Umstellung auf frische Nahrung kann es zu Durchfall, Erbrechen, schleimüberzogenen Kot oder Verstopfung kommen. Dies kommt öfter mit der Nahrungsumstellung vor und sollte dich nicht gleich beunruhigen, wenn dein Liebling sich sonst wohl fühlt. Warte erst einmal ab und beobachte, ob es sich verändert. Ist jedoch auch ein sonstiges Unwohlsein deines Lieblings zu beobachten, kann auch eine andere Ursache zugrunde liegen und hier solltest du einen Tierarzt oder Tierheilpraktiker aufsuchen.

Auch kann es sein, dass deine Katze BARF einfach nicht verträgt. Dies kommt bei Senioren oder kranken Katzen vor. Hier sollte das Futter dann gekocht angeboten werden. Ebenfalls ist meist das Trinkverhalten der Katze verändert. Katzen trinken sowieso eher selten. BARF enthält grundsätzlich viel mehr Feuchtigkeit als Trocken- oder Fertigfutter. So wird dein Liebling sehr wahrscheinlich noch weniger trinken als früher.

Zusammenfassend ist zu sagen:

Die Umstellung sollte immer in mehreren Schritten erfolgen, um deinen Liebling an das neue Futter zu gewöhnen. Eine Umstellung von Trockenfutter auf BARF ist sicherlich die herausforderndste für den Körper. Auch kommt es auf das Alter der Katze an und die Dauer der alten Fütterungsweise.

Manche Katzen vertragen schlichtweg keine Rohfütterung und hier sollte das Kochen der Nahrung in Betracht gezogen werden. Es können „Nebenwirkungen“ bei der Umstellung entstehen, diese sollten aber nur vorübergehend sein und schnell abklingen.

Es kostet oft einige Mühe, um eine Katze erfolgreich umzustellen, aber es lohnt sich allemal, sie an frische, gesunde und artgerechte Nahrung zu gewöhnen.

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